Hubert Breitschaft, geb. 11.11.1903 in Cham, wg. "Wehrkraftzersetzung" erschossen am 12.12.1944

Einer der auf dem Fössefriedhof bestatteten Soldaten ist Hubert Breitschaft. Er war verheiratet, hatte zwei Kinder und war Lehrer im Bayrischen Wald. Bereits 1934 meldete ein Lehrerkollege, zugleich Blockwart, “die gegnerische Einstellung des Breitschaft zum heutigen Staat” an die NSDAP-Kreisleitung. Er soll gegenüber den Schulkindern geäußert haben, “das Heil Hitler wächst mir zum Hals heraus, mir ist ein Grüß Gott lieber”. Und weiter: “Man muß im Radio ausländische Sender hören, denn was die Revolverblätter in Deutschland schreiben, kann man doch nicht glauben.” Nur der persönliche Einsatz des Schulrates verhinderte seine Entlassung aus dem Schuldienst. Erst im Oktober 1937 gab er dem ständigen Druck nach und tritt als letzter Lehrer des Bezirks in die NSDAP ein. Noch im Februar 1936 war der Gauinspektion der NSDAP in Regensburg gemeldet worden, “daß Breitschaft den Beitritt zur Partei trotz Hinweis und Aufforderung nicht vollzogen und so ein schlechtes Beispiel gegeben hat”. 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Attentat auf Hitler hatte er gegenüber einem Kameraden in Rumänien geäußert: “Schade, daß es ihn nicht erwischt hat! Der Kerl hat schon zu viele ins Unglück gestürzt.” Im anschließenden Kriegsgerichtsverfahren plädierte der Verteidiger auf Affekthandlung im Zorn. Obwohl Wehrkraftzersetzung eine “längere Wühlarbeit” voraussetzte, verurteilte das Feldgericht Breitschaft am 2. August 1944 zum Tode. Zwei Gnadengesuche wurden abgelehnt und die Vollstreckung angeordnet. (Dokument 9) Bis dahin war er im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Hannover inhaftiert. Hubert Breitschaft wurde mit 41 Jahren am 12. Dezember 1944 in Hannover erschossen