Direkt gegenüber dem Rathaus befindet sich das Deserteursdenkmal.

 

denk mal an den unbekannten deserteur
 

Als sich in Hannover eine "Selbstorganisation der Zivildienstleistenden und Totaler Kriegsdienstverweigerer" (SOdZDL / TKDV) gegründet hatte, entstand, bei der Überlegung zu Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit, die Idee, eine Skulptur für den "unbekannten Deserteur" zu entwerfen und auszuarbeiten. Damit sollte zugleich auf die Totalverweigerung von Arne Witt hingewiesen und eine Basis für die Diskussion über die Desertionsproblematik geschaffen werden.

Im Rahmen des Sommerfestes '90 der Uni Hannover wurde das Konzept des Denkmals umgesetzt. Auf einer Betonplatte von einem Quadratmeter Grundfläche liegen ein hingeworfener Stahlhelm und ein Paar Kampfstiefel. Zu den Kriegsutensilien führen Abdrücke von diesen Stiefeln, während sich Fußabdrücke in eine andere Richtung entfernen - "weg von den Attributen des Militärs" (Arne).

Mit einer öffentlichen Enthüllung auf dem Kröpke, einem bekannten Platz in Hannover, wurde das Deserteursdenkmal den PassantInnen und der Presse von den Erbauern vorgestellt (Mitglieder der SO / TKDV). Anschließend wurde es zu seinem Bestimmungsort gebracht, vor das neue Rathaus, wo es der Stadt überreicht wurde. Mit Ausnahme der Grünen waren allerdings keine städtischen VertreterInnen anwesend, obwohl ausdrücklich auch andere eingeladen waren - wen wundert's? Schließlich wurde das Denkmal gegen die Stimmen der Grünen vom Rat der Stadt abgelehnt.

Dennoch steht das Denkmal noch vor dem Rathaus, selbst in einem Kunstband über "Hannovers Kunst im Öffentlichen Raum" ist es - negativ - erwähnt.

copyright text: Ingeburg Peters, Link:  http://www.city-zeitung.de