Soldaten aus Hannover unter dem Fallbeil

Bei lokalgeschichtlichen Recherchen nach Soldaten aus dem Raum Hannover, die im Zweiten Weltkrieg deser­tiert sind, hat Norbert Haase in der Totenliste des Zucht­hauses Brandenburg-­Görden sieben Hannoveraner gefunden. Sie wurden vom Gericht der Wehrmachtkommandantur Berlin wegen “Fahnen­flucht" bzw. “Wehr­kraft­zersetzung” zum Tode verurteilt. Die Verfahren wurden nach Berlin abgegeben, wenn der Deserteur nach dreimonatiger Abwesenheit nicht gefaßt werden konnte, bzw. Deserteure im Großraum Berlin aufgegriffen wurden oder, was selten vorkam, der Gerichtsherr der zuständigen Militäreinheit Widerspruch gegen das gefällte Urteil  eingelegt hatte. Bis zur Vollstreckung des Urteils waren sie im Zuchthaus Brandenburg-Görden inhaftiert, bevor sie dort mit dem Fallbeil hingerichtet wurden. Nach dem Krieg wurden in einer hannoverschen Zeitung Angehörige dieser Hingerichteten gesucht, die auf dem Friedhof des Zuchthauses Brandenburg-Görden bestattet sind..

Erschossen in Hannover

Auf dem ehemaligen Garnisonsfriedhof in Hannover, heute Stadtfriedhof Fössefeld, sind mindestens 21 hingerichtete Soldaten bestattet In einem Korpsverordnungsblatt des Wehrkreises XI sind 1940/41 u.a. die Todesurteile von drei dieser Soldaten durch Ersatztruppengerichte der Division 171 in Hannover mitgeteilt worden. Hannover war der Standort des stellvertretenden Generalkommandos des XI. Armeekorps. Die Division 171 war bis Oktober 1942 in Hannover stationiert.